Meine Erfahrungen als Praktikant im freiwilligen Jahr im politischen Leben
„Ich kann mir gar nichts unter „Freiwilligem Jahr im politischen Leben“ vorstellen. Was machst du eigentlich den ganzen Tag bei der Karl-Arnold-Stiftung?“ - das ist eine der Fragen, die ich am häufigsten gestellt bekomme, nachdem ich mich dazu entschieden habe, ein freiwilliges Jahr im politischen Leben zu absolvieren. Viele Jugendliche und Erwachsene wissen eigentlich gar nicht, was die vielen politischen Stiftungen in Deutschland so machen. Ich muss zugeben, als ich bei der Karl-Arnold-Stiftung anfing, wusste ich zunächst noch nicht viel über die politische Bildung und die Aufgaben der parteinahen Stiftungen. Aber dafür macht man schließlich ein freiwilliges Jahr im politischen Leben!
Als am 1.September 2011 meine Arbeit bei der Karl-Arnold-Stiftung losging, da ahnte ich schon, dass es eine Weile dauern würde, bis ich mich an die neuen Arbeitszeiten gewöhne. Ich war von den dreizehn Jahren Schule lange Arbeitszeiten nicht gewohnt. Im FJP arbeitet man natürlich genauso viel wie jeder andere Mitarbeiter im Betrieb auch. Aber wenn einem die Arbeit Spaß macht, dann bleibt man gerne etwas länger.
Ich wurde direkt am zweiten Tag zu einem Seminar mitgenommen. Ich muss sagen, dass mir die Seminare wirklich besonders großen Spaß machen. Durch das breit gefächerte Angebot, das die Karl-Arnold-Stiftung anbietet, kann man sich in sehr vielen Themen weiterbilden. Und genau das ist ja ein Ziel im freiwilligen Jahr im politischen Leben. Freunde des Wissens kommen hier voll auf ihre Kosten!
Die Zusammenarbeit mit den Experten aus den verschiedenen Themengebieten ist immer wieder eine Bereicherung. Ich konnte beispielsweise Seminare zum Thema Generationengerechtigkeit, internationale Sicherheit, Islamismus oder Linksradikalismus besuchen. Im Austausch mit den Referenten erhält man viel Hintergrundwissen. Die Streitgespräche in den Seminargruppen trainieren auch die rhetorischen Fähigkeiten.
Natürlich ist man als Freiwilliger nicht den ganzen Tag bei den Seminaren. Hauptaufgabe ist es, die Seminare vor- und nachzubereiten. Aber auch das macht wirklich Spaß! Wer schon mal zumindest eine große Feier organisiert hat, der weiß, wovon ich Rede. Es erfordert Zeit und Geduld, alles zu organisieren, aber wenn alles so klappt, wie man es sich vorgestellt hat, ist das ein echt gutes Gefühl. Hauptsächlich unterstütze ich die Arbeit der hauptamtlichen Mitarbeiter, inzwischen plane und organisiere ich auch schon ein eigenes Seminar.
Ich helfe auch unserem Qualitätsbeauftragten bei seiner Arbeit. Der Karl-Arnold-Stiftung ist die Zufriedenheit der Teilnehmer sehr wichtig, deshalb kümmert sich der Qualitätsbeauftragte darum, dass alle Prozesse bei uns reibungslos nach einem Qualitätsmanagementsystem ablaufen. Das trägt dazu bei, dass man bei der Planung und der Zuständigkeit der Mitarbeiter nie die Übersicht verliert. Um diese Prozesse richtig steuern zu können, braucht man auch das Feedback der Teilnehmer, welches nach den Veranstaltungen ausgewertet werden muss, um dann die richtigen Konsequenzen für das nächste Seminar zu ziehen. Bei der Auswertung der Daten helfe ich mit.
Eine wichtige Frage ist, ob ich durch mein freiwilliges Jahr im politischen Leben später Vorteile im Beruf oder während des Studiums haben werde. Ich merke jetzt schon, dass ich durch meine Tätigkeit bei der Karl-Arnold-Stiftung viel ordentlicher und präziser arbeiten kann. Mir fällt es zudem deutlich leichter, einen Vortrag vor Gruppen zu halten. Außerdem sehe ich die Arbeit als eine Gelegenheit, schon einmal einen Blick in die Berufswelt zu erhaschen. Natürlich kann man auch nicht leugnen, dass sich so ein freiwilliges Jahr hervorragend im Lebenslauf macht!
Insgesamt ist das freiwillige Jahr im politischen Leben eine Erfahrung, die ich nicht bereue. Ich kann nur jedem ans Herz legen, sich ein Jahr Zeit für die Freiwilligenarbeit zu nehmen, um später von der Erfahrung und den neu erworbenen Fähigkeiten profitieren zu können. Es lohnt sich!



