Deutschland und Frankreich - gemeinsam in Europa

25 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Technischen Schule der Luftwaffe aus Kaufbeuren besuchten das Elsass und seine Hauptstadt Straßburg. Dabei standen historische wie aktuelle Fragen des deutsch-französischen Verhältnisses auf dem Seminarplan. Man hatte Gelegenheit, an geschichtlichen Orten zurückzublicken und die vergangene konfliktreiche Beziehung von Deutschen und Franzosen besser zu verstehen. Auch die Aussöhnung zwischen beiden Ländern und die Zukunftsperspektiven im Rahmen der Europäischen Union wurden erörtert.

Woerth und Niederbronn

Während der Exkursion ins Nordelsass zum Schlachtfeld von Woerth besichtigten die Soldaten gemeinsam mit dem Leiter der Jugendbegegnungsstätte Albert Schweitzer aus Niederbronn les Bains, einen wichtigen Schauplatz des preußisch-französischen Krieges von 1870/71. Zahlreiche Kriegerdenkmäler wurden zu Ruhm und Ehre der Truppen errichtet und zeugen zugleich von den 20 000 Gefallenen der Schlacht. Im neuen deutschen Kaiserreich sollten die Monumente dazu beitragen, ein neues nationales Bewusstsein schaffen, der Ort war „das Mekka der Deutschen“, wie Herr Klein ausführte.

Auf dem Soldatenfriedhof von Niederbronn wurden anhand von Einzelschicksalen die Folgen von Krieg und Vernichtung für Soldaten und Zivilbevölkerung aufgezeigt. 15 413 deutsche Gefallene aus der Zeit von 1939 bis 1945 fanden in Niederbronn ihre letzte Ruhe.

IM EU-Parlament

Im Europäischen Parlament wurden spannende Fragen der aktuellen Euro-Krise diskutiert. Bekommt Europa eine Wirtschaftsregierung? Wie wird die Finanzaufsicht über die Mitgliedsstaaten aussehen? Ist der Euro noch zu retten? Das waren die zentralen Fragen, die während der Plenardebatte des Europäischen Parlaments angesprochen worden.

Im Anschluss trafen die Soldaten ihren Europaabgeordneten, Markus Ferber, der ihnen nach seiner kurzen Vorstellung viel Zeit gab, die zahlreichen Fragen zu stellen. Als Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments konnte er dann gut verständlich die wirtschaftlichen und finanzpolitischen Aspekte der Eurokrise erklären. Ist der Rettungsschirm der EU für Griechenland und Irland der richtige Weg? Kann man ein Mitgliedsland Pleite gehen lassen und welche Auswirkungen hätte das für Deutschland? Viele Fragen, die auch das Verhältnis zu Frankreich betreffen, denn Markus Ferber machte deutlich, dass in Wirtschaftsfragen nicht immer Einigkeit zwischen den beiden „Großen“ in Europa herrscht.

Der Europarat

Der Europarat wurde am 5. Mai 1949 gegründet und ist so die älteste und mit 47 Staaten die größte europäische Organisation, nicht zu verwechseln mit der Europäischen Union. Nach einer Besichtigung des Plenarsaals ging Herr Klages auf diese Unterschiede in politischer und rechtlicher Hinsicht ein, bevor er von aktuellen Beispielen aus der täglichen Arbeit des Europarates und des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte berichtete.

Karlsruhe

In Karlsruhe, der „Stadt der Demokratie und des Rechtes“, erlebten die Soldaten unter der sachkundigen Führung eines Richters am Bundesgerichtshof einen rechtshistorischen Rundgang durch die Innenstadt, der deutlich machte, welche Bedeutung das Recht in der Vergangenheit und in der Gegenwart für Deutschland und Europa hat. Nach der Besichtigung des Rechtshistorischen Museums wurden Bundesgerichtshof, Bundesverfassungsgericht und zahlreiche Rechtsdenkmäler in der Stadt besucht.

Im Forschungszentrum Karlsruhe kamen die technisch Interessierten auf ihre Kosten. Ein Wissenschaftler der Einrichtung, stellte unterschiedliche anspruchsvolle Projekte der Spitzentechnologie vor, wie den Fusionsreaktor ITER oder das Bioliq-Verfahren, bei dem aus Stroh, Heu oder Restholz Treibstoff hergestellt wird.

Wechselvolle Geschichte einer Nachbarschaft

Marschall Turenne, war er ein großer Feldherr oder ein Mordbrenner? Die Frage wird aus deutscher oder französischer Sicht unterschiedlich beantwortet. Der Heerführer des „Sonnenkönigs“ überzog den Südwesten Deutschlands im 17. Jahrhundert mit Krieg und Schrecken. Ihm wurde in Sasbach auf deutscher Seite während der französischen Besetzung ein Denkmal errichtet. Heute erläutert dort ein kleines Museum die wechselvolle Geschichte des Denkmals, das sowohl französische wie auch deutsche Zeiten erlebt hat, und an dem man die wechselvolle Geschichte der beiden Nachbarn Deutschland und Frankreich erfahren kann.

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