Mecklenburg-Vorpommern: Aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen

Die “Sonneninsel Usedom“ ist seit der Wiedervereinigung eines der beliebtesten deutschen Reiseziele. Die Nachfrage nach unserem Angebot "Aktuelle politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen in Mecklenburg-Vorpommern" war in diesem Jahr so groß, dass gleich zwei parallele Seminare auf der Insel Usedom stattfanden. Die Seminarteilnehmer beider Gruppen erlebten interessante Tage, die ein breitgefächertes politisches Programm beinhalteten.

Eine Inselrundfahrt, die auch die berühmten “Kaiserbäder“ Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck einschloss, lieferte viel Wissenswertes aus Politik, Wirtschaft, Sozialstruktur, Demographie etc. Rückblicke in die Vergangenheit, vor allem in die Zeit der DDR und des Deutschen Kaiserreiches, gaben der Rundfahrt historische Tiefe und zeigten die Unterschiede zur Gegenwart.

Welche Sanierungserfolge seit der Wiedervereinigung nicht nur auf Usedom zu verzeichnen sind, wurde bei einer Führung durch Greifswald deutlich. Eine architektonische und technische Meisterleistung bestaunte die Gruppe in Stralsund. Die neue Rügenbrücke über den Strelasund löste wegen ihrer Ästhetik Begeisterung aus. Dieses 4,1-Kilometer-lange Meisterwerk der Ingenieurskunst überspannt den Strelasund und verbindet die Stadt Stralsund mit der Insel Rügen (Einweihung 2007 eingeweiht). Beeindruckend waren aber auch die Überreste der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Eisenbahnhubbrücke in Karnin, über die seit 1876 das Berliner Bürgertum zu den Seebädern auf Usedom fuhr.

Über die im Bau befindliche Ostseepipeline, durch die ab Herbst 2011 russisches Erdgas nach Deutschland fließen wird, informierte sich die Gruppe bei der Nord Stream AG in Lubmin. Ein Zukunftsprojekt ist dagegen die Energieerzeugung durch Fusionskraftwerke. Wie weit die Forschung auf diesem Gebiet gediehen ist, zeigte ein Besuch im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald.

In Zeiten des Ausstiegs aus der Kernkraft war auch ein Besuch im ehemaligen Kernkraftwerk Lubmin nähe Greifswald von großem Interesse. Hier konnte man erfahren, welche Herausforderungen zu meistern sind, um ein Kraftwerk sicher zurückzubauen und welche sicherheitstechnischen Anforderungen an ein Zwischenlager zu stellen sind.

Die Zeit des Nationalsozialismus stand ebenfalls auf dem Programm. In der ehemaligen Heeresversuchsanstalt Peenemünde, dessen Direktor seit 1937 der Raumfahrtvisionär Wernher von Braun war, sah die Gruppe die dort entwickelten Flugkörper mit Raketen- und Strahlantrieb. Die Ausstellung informierte auch über den politischen Rahmen und die Produktionsbedingungen der erhofften „Wunderwaffen“, die vielen KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern das Leben gekostet haben.

Welche schrecklichen Folgen der Zweite Weltkrieg für die Zivilbevölkerung hatte, brachte der Besuch in der Gedenkstätte auf dem Golm in Erinnerung. Die Führung über die größte Kriegsgräberstätte des Landes Mecklenburg-Vorpommern, wo tausende Tote des alliierten Bombenangriffes auf Swinemünde im März 1945 ruhen, ging allen sehr nahe.

Dass im heutigen Swinoujscie trotz der Zerstörungen des Krieges noch viele Relikte aus der langen Geschichte der Stadt erhalten sind, sah die Gruppe bei einem Ausflug in den polnischen Teil von Usedom. Erstaunen löste die Besichtigung des modernen Swinoujscie aus. Das umfassend sanierte Seebad braucht sich hinter seinen Konkurrenten auf dem deutschen Teil der Insel nicht mehr zu verstecken.

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