„Wie geht es weiter mit dem Euro, mit der Energiesicherheit und den Konflikten in der Nachbarschaft Europas?

Dies waren nur einige Fragen, auf die 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Köln und Bonn eine Antwort suchten, als sie vom 03.-06.04.2011 das Europäische Parlament und den Europarat in Straßburg besuchten und von dort auch einen Abstecher in das Elsaß machten. Auf der Hinreise hatte die Gruppe einen Stopp in der Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte in Rastatt eingelegt, auf dem Weg nach Hause besichtigte man die Dauerausstellung auf dem Hambacher Schloss.

Welche Verantwortung hat die Europäische Union bei der zukünftigen Energieversorgung? Angesichts der Tatsache, dass die EU in Bezug auf die Energiesicherung zwar eine weitgehende Gesetzgebungskompetenz hat, die Nationalstaaten jedoch selbst festlegen, welche Technologie sie nutzen wollen, wurde das Spannungsfeld von nationaler und europäischer Politik deutlich.

Bei der Betrachtung der europäischen Geschichte, den Kämpfen um Freiheit und Demokratie im 19. Jahrhundert und des über Jahrhunderte konfliktreichen Verhältnisses der beiden Kernländer Deutschland und Frankreich, wurde deutlich, wie wichtig Frieden, Freiheit und Menschenrechte sind. Dies sind Werte, um die in Libyen und anderen Ländern gekämpft wird. Hier ist ein Engagement Europas unerlässlich.

„Hoch! dreimal hoch das confoederirte republikanische Europa“ - so forderte es schon 1832 der Publizist Johannes Georg August Wirth, einer der geistigen Väter der Ereignisse von 1848/49, die in der Erinnerungsstätte in Rastatt anschaulich dargestellt werden. Dass die Revolution auch eine europäische Dimension hatte, erfuhren die Gäste  an der Landkarte Europas.

„Internationale Zusammenarbeit bedeutet Mehrwert für alle“ - dies wurde im Palais d`Europe festgestellt. Die Gruppe erfuhr viel über die Entstehungsgeschichte und die Aufgaben des Europarates, der seinen Sitz in Straßburg hat, und die erste und mit 47 Mitgliedsstaaten größte politische Organisation Europas ist. Er wurde 1949 gegründet, um Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu fördern. Nach Besichtigung des Plenarsaals im Palais d`Europe folgten intensive Gespräche über  die Situation der Menschenrechte im Europa von heute.

„Fünf Mal die Seite gewechselt, heute sind wir europäisch!“ - so stellte der französische Stadtführer fest. In Straßburg bewunderten die Besucher nicht nur die schönen Fachwerkhäuser, sondern trafen auch auf zahlreiche Zeugnisse der wechselvollen Geschichte einer Stadt und Region, die über Jahrhunderte ein Zankapfel zwischen Deutschland und Frankreich war.


„Werden Sie Fan von Europa!“ forderte der EU-Abgeordnete Axel Voss die Gruppe auf. Trotz vieler Merkwürdigkeiten in der europäischen Politik und Kritik an den Institutionen gelte es, den großen Hintergrund der europäischen Einigung nicht aus den Augen zu verlieren. Nach einer interessanten Debatte im Plenum, während der auch Kommissionspräsident Barroso und Ratspräsident Van Rompuy zu sehen waren, berichtete Herr Voss über seine Arbeit und die besonderen, aktuellen Arbeitsschwerpunkte des Parlamentes.

„Hinauf, hinauf zum Schloss!“hieß es am 27. Mai 1832 und es versammelten sich zwischen 20.000 und 30.000 Menschen auf dem Hambacher Schloss zu einem großen politischen Fest. In zahlreichen glühenden Reden wurden bürgerliche Freiheiten und die deutsche Einheit gefordert. Auch unsere Gruppe kam hinauf zum Schloss und konnte unter sachkundiger Führung die Ausstellung besuchen, die das Hambacher Fest 1832 und dessen Folgen anschaulich präsentiert.

Bildergalerie

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Vortrag in der Erinnerungsstätte Rastatt

5 mal die Seite gewechselt - das Elsass

Gruppenbild mit MdEP Axel Voss

Diskussion mit MdEP Axel Voss

Im Hof des Parlamentsgebäudes

Vortrag im Versammlungssaal des Europarats

Hambacher Schloss

Hambacher Schloss