Bildung im 21. Jahrhundert

Bildung beginnt nicht erst mit der Einschulung und endet auch nicht mit dem Schulabschluss. Sie ist vielmehr ein lebenslanger Prozess. Diese in den letzten Jahren durch wissenschaftliche Studien belegte Erkenntnis beschäftigte 45 politisch interessierte junge Menschen aus Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Seminars „Bildung im 21.Jahrhundert“, das die Karl-Arnold-Stiftung in Königswinter durchführte.

Experten aus Politik und Verbänden präsentierten Hintergründe und Einschätzungen zu den Themen „Frühkindliche Bildung“, „Integration und Inklusion“, „NRW nach dem Schulkonsens“, „Hochschulpolitik in Bund und Land“ und „Die Zukunft der beruflichen Bildung“. Im Anschluss an die Referate wurde in drei Arbeitsgruppen diskutiert und ein Katalog von Forderungen und Maßnahmen erarbeitet. Ihre Ergebnisse stellten die Gruppen in einer Abschlussrunde vor, in der eine „Bildungsagenda 2020“ erstellt wurde.

Sehr kontrovers war das Thema frühkindliche Bildung. Hier galt es, den Wunsch nach vorschulischer Erziehung durch die Familie und einer Kindergartenpflicht zur Erreichung gleicher Bildungsstandards zu Schulbeginn gegeneinander abzuwägen. Es wurde schließlich ein Modell vorgeschlagen, bei dem ein beitragsfreier Kindergartenbesuch Pflicht ist, Eltern aber bei einer für das Kind positiven Familiensituation Ausnahmen hiervon beantragen können.   

Vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen entwickelten sich auch bei den Themen Schul- und Hochschulpolitik lebhafte Debatten. Für weiterführende Schulen wurde neben einer besseren berufspraktischen Ausbildung der Lehrer und regelmäßiger unangekündigter Überprüfung ihrer Eignung die Zulassung von Gastdozenten aus der Wirtschaft für höhere Klassen gefordert. Die Vergabe von Studienplätzen sollte außerdem nicht alleine aufgrund von Schulnoten erfolgen, auch soziale Kompetenzen und für den Studiengang relevante Praktika sollten anerkannt werden. Um einheitliche Inhalte und Abschlüsse in Schule und Hochschule zu gewährleisten, forderten die Teilnehmer eine allgemeine Richtlinienkompetenz des Bundes in der Bildungspolitik.

Einigkeit bestand im Hinblick auf das Thema Inklusion. Sie wurde als für alle Lebensbereiche wichtig erkannt, da hierdurch Menschen mit Handicap in die Gesellschaft integriert und die sozialen Kompetenzen aller Beteiligten verbessert werden. Daher sollte sie essentieller Bestandteil aller Bildungseinrichtungen sein.    

Um alle Themen erschöpfend zu behandeln reichte ein Wochenende leider nicht aus. Die Tagungsleitung verabredete daher mit den Teilnehmern, die vorläufige „Bildungsagenda 2020“ aufzuarbeiten und Ihnen zur weiteren Diskussion in einer Mailgruppe zuzuschicken.