Auf den Spuren deutscher Geschichte und Politik

Als einen „Brennpunkt deutscher Geschichte und Politik“ erlebten etwa 30 Schülerinnen und Schüler aus Hilden und Haan unsere Bundeshauptstadt Berlin. In zwei parallel verlaufenden Seminaren nahmen an einem ambitionierten Programm der Karl-Arnold-Stiftung e.V. teil, das sie u.a. in das Bundeskanzleramt, den Bundesrat und den Bundestag führte. Eine Seminargruppe konnte zudem in einer Niederlassung der Bundesbank Fragen zu den aktuellen politischen Entwicklungen ("Schuldenkrise...") diskutieren. 

Im Parlament trafen die Jugendlichen zu einem Gespräch mit dem SPD-Spitzenpolitiker Peer Steinbrück zusammen, der ihre Fragen zur Umwelt-, Finanz- und Europapolitik mit großem Sachverstand und Leidenschaft beantwortete. Sein beeindruckender Appell, Demokratie und Europa als Garant für Frieden, Freiheit und Wohlstand zu achten und aktiv mitzugestalten, kam bei den Jugendlichen an.

Der von den Jugendlichen als hochinteressant eingestufte Besuch im Bundeskanzleramt führte die Gruppe u.a. in den „pressemäßig“ beleuchteten Kabinettssaal, den internationalen Konferenzraum und den Presseraum. Unsere Begleiterin erwies sich als ebenso sympathisch wie fachkundig – keine Frage blieb unbeantwortet.

Ein weiteres, bedeutendes Verfassungsorgane stand auf dem Programm: im Bundesrat rückte die föderalistische Struktur unseres Landes in den Vordergrund. Von der Zuschauertribüne aus wurde der Plenarsaal direkt in Augenschein genommen. Im Gespräch mit einem Referenten setzten sich alle mit der Stellung des Bundesrates im politischen System, seinen Aufgaben und der Arbeitsweise der Ländervertretung auseinander. Auf einem Rundgang durch den imposanten Bau erfuhren die Teilnehmenden viele neue Fakten über die Geschichte dieses Hauses.

Sich in Berlin zu begegnen heißt auch, sich an die dunklen Seiten der deutschen Geschichte zu erinnern: zwei Diktaturen haben Deutschland im 20. Jahrhundert ebenso nachhaltig wie tragisch geprägt. Im Verlauf einer Führung durch die Gedenkstätte Hohenschönhausen lernten die Jugendlichen aus den Berichten eines Zeitzeugen viel über den Alltag in der SED-Diktatur. Als ehemaliger Häftling konnte der Referent akribisch genau und authentisch über Haftgründe und -bedingungen und den Einsatz von Foltermethoden berichten. Ein Informationsfilm und Rundgang durch Zellen und Verhörräume im ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnis rundete den ebenso eindrucksvollen wie beklemmenden Besuch ab. 

Mit der nationalsozialistischen Diktatur befassten sich die Jugendlichen in zwei wichtigen Berliner Gedenkstätten. Eine engagierte Führung durch die „Topographie des Terrors“ zeichnete für alle nach, wie brutal und gerissen die NSDAP die Macht an sich riss und wie schwach und wehrlos die Weimarer Republik reagierte und sich ihrem Schicksal ergab. Ein Workshop in der „Holocaust-Gedenkstätte“ erinnerte an ein die Folgen der Okkupation weiter Teile Europas durch Wehrmacht und SS. In Arbeitsgruppen trugen die Teilnehmenden anhand von Texten, Bildern und Karten Fakten und Hintergründe  zur Verfolgung und Ermordung der Juden während des Zweiten Weltkriegs zusammen. Eine engagierte und ernste Auswertungsgespräch machte deutlich: Freiheit und Demokratie sind keine Selbstverständlichkeit. Sie zu bewahren bedeutet, sie aktiv mitzugestalten und ihre Werte zu verteidigen.

 

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