Digitaler Wandel eröffnet neue Chancen für die Politische Bildung

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat den Dialogprozess "Lernen im Digitalen Wandel" gestartet, um mit einer interessierten Öffentlichkeit darüber zu diskutieren, wie Kitas, Schulen und Hochschulen, aber auch die Fachkräfteausbildung noch besser auf die Anfor­derungen der Digitalisierung vorbereitet werden können.

Die Karl-Arnold-Stiftung beteiligt sich an dem Dialogprozess, weil wir der Auffassung sind, dass der digitale Wandel selbstverständlich auch neue Chancen für die politische Bildung eröffnet.

Unsere diesbezügliche Position werden wir daher auf dem Fachkongress am 11. März in Düsseldorf vertreten, damit die politische Bildung in der Diskussion nicht vergessen wird und ihr der Stellenwert zukommt, der ihr gebührt.

Unseren Diskussionsbeitrag haben wir für Sie hier eingestellt:

------------------------------------------------------------------------------------------

Digitaler Wandel eröffnet neue Chancen für die Politische Bildung

Wenn die Politische Bildung die vielfältigen Möglichkeiten, die die digitalen Medien heute eröffnen, in ihrer ganzen Bandbreite nutzt, lassen sich Zielgruppen ansprechen, die die Politische Bildung mit ihren klassischen Bildungsformaten bisher nicht oder nicht ausreichend erreicht hat. Dazu reicht es aber nicht aus, dass die Politische Bildung ihre analogen Bildungsformate einfach im Wege von E-Learning, Blended-Learning oder Bildungsplattformen in das digitale Netz überträgt. Es bedarf vielmehr grundsätzlich neuer, nutzeraffiner digitaler politischer Bildungsangebote.

Mehr als 26 Millionen Bürgerinnen und Bürger spielen in Deutschland nach Angaben des Bundesverbandes „Interaktive Unterhaltungssoftware“ Online-, Browser- oder App-Spiele. Nach der JIM Studie 2015 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest besitzen 98 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen ein Mobiltelefon, 92 Prozent haben mittlerweile ein Smartphone. Drei Viertel der jugendlichen Smartphone-Besitzerinnen und –Besitzer nutzen laut der JIM Studie Spiele auf ihrem Smartphone.

Will die Politische Bildung mit ihren Angeboten die breite Masse der Jugendlichen ansprechen, muss sie neben ihren klassischen Bildungsangeboten, die auch in Zeiten von Bildung 4.0 weiter ihre Berechtigung haben, digitale Bildungsangebote entwickeln, die dem dargestellten digitalen Nutzerverhalten entsprechen.

Insbesondere Jugendliche müssen stärker als bisher über spielerische Onlineangebote an Demokratie und Politik herangeführt werden. Gut gemachte und gemeinsam mit der Zielgruppe entwickelte politische Online-, Browser- oder App-Spiele können dazu beitragen, das Interesse von Jugendlichen für politische Themen und Belange zu wecken und sie zu politischer Partizipation anzuregen und zu befähigen.

Land und Bund sind aufgefordert, die gemeinwohl-orientierte Politische Bildung bei der Entwicklung und Einführung von politischen Onlinespielen im Rahmen ihrer Förderpolitik zu unterstützen. Analoge politische Bildung und digitale politische Bildung benötigen künftig eine gleichrangige Förderung.

------------------------------------------------------------------------------------------


Hier geht es zur Seite der Landesregierung "Lernen im digitalen Wandel".