Immer wieder eine Reise wert...

Paris ist (immer wieder) eine Reise wert – so der einhellige Tenor einer rund 20-köpfigen Seminargruppe der Karl-Arnold-Stiftung,die die französische Hauptstadt besuchte. Einen Schwerpunkt der Veranstaltung bildeten die aktuellen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich, insbesondere auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet.

Internationaler Konflikt und menschliche Tragödie

Eine Zwischenstation in Péronne machte jedoch deutlich: Lange prägten Argwohn, Hass und militärische Auseinandersetzungen das Verhältnis zwischen beiden Ländern. Blutiger Höhepunkt: Der Erste Weltkrieg. Bei einem Besuch im „Historial de la Grande Guerre“ informierten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Hintergründe und Auswirkungen des Konflikts, infolge dessen über 2 Millionen Soldaten auf deutscher und über 1,3 Millionen Soldaten auf französischer Seite ihr Leben verloren.

Von Erbfeinden zu Partnern Nummer Eins in Europa

Die schrittweise Annäherung der ehemaligen Erbfeinde seit 1945 bis hin zur heutigen Zusammenarbeit als „Motor“ der EU stand im Mittelpunkt des Gesprächs mit Jörg Wolff, Leiter des Auslandsbüros Frankreich der Konrad-Adenauer-Stiftung. Dabei wurde ersichtlich, dass sich „die Chemie“ zwischen den jeweiligen Staats- und Regierungschefs stets von besonderer Bedeutung für die Entwicklung der Beziehungen zwischen beiden Ländern erwies. Das gegenwärtige Verhältnis zwischen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy kam dementsprechend ebenfalls zur Sprache.

Bei einem Zusammentreffen mit Thomas Wrießnig, Leiter der Wirtschaftsabteilung der Deutschen Botschaft Paris, wurde zudem die enge Verbundenheit zwischen Deutschland und Frankreich auf wirtschaftlichem Gebiet deutlich. Deutschland sei trotz Wirtschafts- und Finanzkrise weiterhin wichtigster Handelspartner Frankreichs, das ebenfalls verhältnismäßig glimpflich aus der Krise herausgekommen sei – so der Referent. Doch auch wesentliche Unterschiede in den jeweiligen Wirtschaftssystemen wurden thematisiert. Diskussionsgegenstand waren ferner die hohe Arbeitslosigkeit in Frankreich und die Auseinandersetzungen um die geplante Rentenreform.

Politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Frankreichs

Deutsch-französische Spuren begegneten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern immer wieder auch bei einer ganztätigen Stadtführung, bei der sie die Hauptstadt Frankreichs als politisches, ökonomisches und kulturelles Zentrum des Landes kennenlernten. Besonders beeindruckt zeigten sie sich von den weltberühmten Kunstschätzen im Louvre und im Musée d’Orsay, die sie im Verlauf ihres Aufenthalts ebenfalls besichtigten.

Sitz bedeutender internationaler Organisationen

Abschluss und einen der Höhepunkte der Studienfahrt bildete ein Besuch am Hauptsitz der UNESCO. Botschafterin Martina Nibbeling-Wrießnig, Leiterin der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der UNESCO, stand dort zusammen mit ihrem Stellvertreter Jürgen Scheller persönlich für ein Gespräch zur Verfügung. Dabei erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen lebendigen und anschaulichen Einblick in die Rolle und Tätigkeit der Ständigen Vertretung und die Aufgaben und Ziele der UN-Organisation, die heute aktueller sind denn je: Nämlich einen echten Dialog der Kulturen in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur zu etablieren und damit die Grundlage für einen weltweiten Frieden zu schaffen.

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