Arm wie eine Tüte Sand?!

„Wunderwunderschön, aber arm wie eine Tüte Sand“, lautet der Refrain eines Liedes über Mecklenburg-Vorpommern, und viele Menschen denken vermutlich genau dasselbe. Mehr als 8000 idyllisch gelegene Seen, Hunderte Kilometer feinster Sandstrand, malerische alte Hansestädte, mit dem UNESCO-Weltkulturerbestatus bedacht – und sonst? Wenig Menschen, wenig Wirtschaft, viel Natur.

Aber stimmt das wirklich? Um diese Frage zu klären, reiste eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern aus NRW nach Mecklenburg-Vorpommern. Und um es gleich vorweg zu sagen: die Seen, die Strände, die alten Städte, es gibt sie wirklich, und unter einem strahlendblauem Himmel bei sommerlichen Temperaturen löste ihr Anblick geradezu Begeisterung aus.

Doch dies war nicht der einzige Ertrag des Seminars, denn die Gruppe stieß auf noch viel mehr. Die Stadtführungen durch Schwerin, Wismar und Rostock zeigten, dass in den alten Städten ein modernes Leben herrscht, welches sich kaum von jenem in anderen Bundesländern unterscheidet. Neben Einblicken in die Jahrhunderte lange Geschichte vermittelten die Führungen auch viele Informationen über die heutige politische, wirtschaftliche und soziale Situation der jeweiligen Stadt. 

Die Gespräche mit Landtagsabgeordneten und Mitarbeitern der Staatskanzlei in Schwerin sowie dem Leiter der Stabsstelle Stadtentwicklung und Weltkulturerbe in Wismar brachten weitere Erkenntnisse. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hörten viele Erfolgsgeschichten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur, Infrastruktur, Energieerzeugung etc., aber auch Bemerkungen über weniger erfreuliche Punkte, wie z.B. der starke Bevölkerungsrückgang, das niedrige Bruttoinlandsprodukt oder die Zunahme der Monokulturen in der Landwirtschaft. 

Eine der Erfolgsgeschichten, einen Eckpfeiler der maritimen Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, lernte die Gruppe dann bei ihrem Besuch der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock näher kennen. Nach Vortrag und Gespräch mit einem Mitarbeiter der Gesellschaft folgte eine Hafenführung, die auch den mittlerweile größten deutschen Kreuzfahrthafen in Warnemünde einschloss. 

Dass in Mecklenburg-Vorpommern auch international anerkannte Spitzenforschung betrieben wird, zeigte der Besuch im Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde. Zwei Wissenschaftler referierten über die Aufgaben des Hauses und die Themen ihrer jeweiligen Forschungsprojekte. Bei dem sich daran anschließenden Rundgang durch eine Ausstellung mit interaktiven Experimenten wurden weitere Einblicke in die Ostsee als Forschungsfeld gewonnen. 

Fazit: Mecklenburg-Vorpommern ist wirklich wunderwunderschön, aber es hat mehr zu bieten als Seen, Sand und Stein gewordene Hansegeschichte. Ein Besuch lohnt sich, nicht nur wegen der Schönheit der Natur. 

Bildergalerie

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Am Institut für Ostseeforschung in Warnemünde

An der Staatskanzlei Schwerin

Das Rathaus von Rostock

Kurze Pause am Strand von Warnemünde

Vor dem Landesgericht Schwerin

St. Georgenkirche in Wismar

St. Nikolai-Kirche in Wismar

Staatskanzlei Schwerin

Wasserkunst auf dem Marktplatz von Wismar

Gedenktafel am Landgericht in Schwerin

Gespräch mit den Abgeordneten im Landtag Schwerin

Im Dokumentationszentrum für die Opfer der Diktaturen in Deutschland in Schwerin

Im Gespräch mit dem Weltkulturerbemanager im Rathaus

Im Institut für Ostseeforschung in Warnemünde

Im Plenarsaal des Landtages Schwerin

In der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock

In der Staatskanzlei Schwerin

Neuer Markt und Marienkirche in Rostock

Während der Rundfahrt durch den Hafen von Rostock

Während der Stadtführung durch Rostock

Zeitzeugengespräch im Dokumentationszentrum für die Opfer der Diktaturen