Militärhistorie und jüngere deutsche Geschichte in Dresden und Leipzig

Bei angenehm mildem Frühlingswetter besuchten 30 Soldatinnen und Soldaten im Rahmen eines Seminars zur historisch-politischen Bildung die Städte Dresden und Leipzig.

Im Rahmen des militärhistorischen Anteils des Programms informierten sie sich insbesondere über zwei wesentliche Linien der Traditionspflege in der Bundeswehr: Die Preußischen Reformen und die Geschichte der Bundeswehr nach 1945. Letzteres gelang besonders gut und informativ in der Dauerausstellung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden. Aber auch die Sonderausstellung mit Fotografien des bekannten Kriegsfotografen James Nachtwey trug dazu bei, sich intensiv mit den militärischen und politischen Grundlagen und den möglichen Folgen des eigenen Berufs auseinander zu setzen.

In Dresden stand natürlich auch die Frauenkirche als beeindruckendes Monument für den Wandel von Feindschaft zur Versöhnung auf dem Programm.
Ein Ausflug in die ältere deutsche Geschichte war der Besuch auf der Festung Königsstein.

Der historische Weg zu den Preußischen Reformen und deren damalige Auswirkungen wurden deutlich an drei Schlachtfeldern. Die Schlacht bei Jena und Auerstedt besiegelte 1806 den Untergang Preußens und führte zu einem Umdenken im preußischen Staat und damit letztlich zu dem Reformwerk von 1808 bis 1813, welches den Bürgern neue Rechte, aber auch neue Pflichten gab und – militärisch gesehen - in der Einführung der Wehrpflicht endete.

Die Schlacht von Großgörschen 1813 kann als so etwas wie eine erste Bewährungsprobe angesehen werden. Hier jedenfalls begann nach Meinung einiger Historiker der Untergang des Sterns Napoleons.

Die endgültige Niederlage  Napoleons (welche 1815 in Waterloo erfolgte) wurde auf dem Schlachtfeld von Leipzig 1813 eingeleitet. Daran erinnert noch heute unübersehbar das Völkerschlachtdenkmal.

Alle drei Schlachten wurden den Teilnehmern von einem militärischen Führer in Form einer Geländebesprechung in sehr gut verständlicher und anschaulicher Weise näher gebracht und in den jeweiligen historisch-politischen Kontext gestellt.

Eine Führung in und rund um den Bahnhof Leipzig verdeutlichte die Rolle der Eisenbahn als Völker- und Länderverbindendes Element in der jüngeren Geschichte. Dem Vordenker einer europäischen Eisenbahn, Friedrich List, ist im Bahnhof eine Statue gewidmet.

Die neueste Geschichte erlebten die Teilnehmer in einer beeindruckenden Ausstellung zu der Geschichte der Stasi in deren ehemaligem Leipziger Bezirkshauptquartier, der „Runden Ecke“. Ebenfalls besichtigten sie dort eine Sonderausstellung zum Beginn der „friedlichen Revolution“, welche in der Wiedervereinigung endete.

Nach Aussagen der Teilnehmer war es eine insgesamt gelungene und neugierig machende Studienreise. Viele Teilnehmer äußerten die Absicht, sich intensiver mit dem einen oder anderen Aspekt auseinanderzusetzen.

Bildergalerie

Zum Öffnen bitte auf das Bild klicken.

 

Bahnhof Leipzig

Feste Königstein

Frauenkirche

Fürstenzug Dresden

Jena Auerstädt

Militärhistorisches Museum

Militärhistorisches Museum

Militärhistorisches Museum

Völkerschlachtdenkmal

Völkerschlachtdenkmal

Nikolaikirche

Zwinger