Kampfdrohnen, Roboter und der Krieg der Zukunft

Seit den 1970er Jahren haben viele Streitkräfte unbemannte Luftfahrzeuge (Unmanned Aerial Vehicles, UAV) zur Aufklärung eingesetzt. Inzwischen werden sie von über 50 Ländern entwickelt, hergestellt oder genutzt. Seit einigen Jahren gibt es den Trend, sie zu bewaffnen. Die USA bekämpfen Terroristen in Irak, Afghanistan und Pakistan mit pilotenlosen Flugzeugen, die von einer Zentrale in den USA aus ferngesteuert werden. Die Entscheidung, wer oder was mit einem Flugkörper angegriffen werden soll, wird auf Grund eines per Satellit übermittelten Videobildes getroffen. Prototypen von Kampfflugzeugen sind in verschiedenen Ländern in Entwicklung, u.a. auch in Deutschland. An Wasser- und Landfahrzeugen ohne Besatzung wird ebenfalls gearbeitet. Perspektivisch sollen bewaffnete unbemannte Fahrzeuge/Systeme ihre Ziele sogar autonom aussuchen und bekämpfen können.

Die rasante technologische Entwicklung der unbemannten Kriegführung wirft eine Vielzahl von ethischen, völkerrechtlichen, gesellschafts- und sicherheitspolitischen Fragen auf die nun auch zunehmend in Deutschland debattiert werden.

Die Karl-Arnold-Stiftung hat diese Thematik aufgegriffen und ein Seminar konzipiert, das wichtige Aspekte dieser Debatte thematisierte und mit Angehörigen unserer Streitkräfte analysierte und diskutierte. Bei dem Seminar der Karl-Arnold-Stiftung in Köln konnten sich 21 Soldatinnen und Soldaten mit den Herausforderungen der Thematik intensiv auseinander setzen.

Seminarteilnehmer
Kriegsführung der Zukunft

Beispiel Drohne: Foto c Bundeswehr / Bienert

Das Programm umfasste die Themenbereiche:

- Der Wandel des Krieges im “High-Tech” Zeitalter;
- Herausforderungen für die deutsche Sicherheitspolitik;
- Der Cyber Space als Kriegsschauplatz? - Gefährdungseinschätzungen und Sicherheitsstrategien der westlichen Staaten;
- Die Automatisierung der Kriegführung: Stand der Technik, Perspektiven mit kritischen Anmerkungen;
- Völker- und verfassungsrechtliche Probleme und
- Der US-Drohnenkrieg in Afghanistan mit Blick auf seine Auswirkungen in Bezug auf die “Softpower” der Vereinigten Staaten von Amerika!

Das Feedback der Teilnehmer war überaus positiv und kann mit folgender inhaltlichen Bewertung zusammengefasst werden:               

In der modernen Kriegsführung bieten unbemannte Fahrzeuge – in der Praxis handelt es sich meist um unbemannte Flugzeuge – aus rein militärischer Sicht viele Vorteile. Werden aber die Folgen für Frieden, Kriegsvölkerrecht und die Sicherheit in Gesellschaften genauer beleuchtet, kommt man zum Schluss, dass der Menschheit durch Begrenzungen und Verbote besser gedient wäre!