Von der deutsch-französischen “Erbfeindschaft” zur europäischen Integration

Im Rahmen einer Studienfahrt nach Straßburg und ins Elsass wollte das Seminar politisch interessierte Soldaten und Multiplikatoren dazu motivieren, sich vor dem Hintergrund der deutsch-französischen Geschichte (Schwerpunkt erster Weltkrieg) mit der europäischen Integration zu beschäftigen. Darüber hinaus sollten die Teilnehmer vor Ort ihr Wissen über die geschichtliche und politische Bedeutung eines vereinten Europa vertiefen.

Das Seminar führte zunächst zum Fort Schoenenbourg, um dort die Verteidigungsstrategie Frankreichs nach dem ersten Weltkrieg zu vermitteln. Das Fort ist eines der wenigen Werke der Maginot-Linie, die besichtigt werden können. Hier erhielten die Teilnehmer eine umfängliche Führung durch den Verein AALMA (Vereinigung der Freunde der Maginot-Linie).

Am zweiten Tag des Seminars wurde dann mit einer thematischen Stadtführung durch Straßourg, einem Besuch in Saverne (Zabern) und einer Besichtigung des deutsch-französischen Soldatenfriedhofs in Straßburg-Cronenbourg der Bogen geschlagen in die politisch sehr konfrontative Zeit, als das Elsass noch als Reichsland bis 1918 dem deutschen Reich angegliedert war. Der deutsch-französische Soldatenfriedhof Cronenbourg mahnt als Gedenkstätte für die Soldaten der Kriegsparteien des ersten Weltkrieges die kommenden Generationen, diese erste große europäische Katastrophe in der „Erinnerungskultur“ nicht zu vergessen.

In Saverne erfolgte die historische Aufarbeitung einer innenpolitischen Krise von 1913, die als "Zabern-Affäre" in die Geschichte einging und das angespannte Verhältnis des Reichslandes Elsass-Lothringen zum deutschen Kaiserreich verdeutlichte. Das 1790 erbaute Rohan-Schloss diente 1913 als Kaserne für die deutsche Stadtkommandantur und war Ausgangspunkt der Unruhen, die durch das Fehlverhalten von Leutnant Günter Frh. v. Forstner entstanden.

Im Verlaufe des Tages konnten die Teilnehmenden eine ausführliche geschichtliche Rückblende entwickeln und Bezüge zur jüngeren deutsch-französischen Geschichte erkennen.

 

 

Fort Schoenenbourg
Europarat Plenarsaal
Europarat
Gruppenbild im Europarat

Der dritte Tag thematisierte die Rolle der Stadt Straßburg als Sinnbild der deutsch- französischen Geschichte und als aktueller Sitz zahlreicher europäischer Institutionen.

Informationsbesuche beim Europarat und beim Bürgerbeauftragten der Europäischen Union führten den Teilnehmern ein den Menschenrechten zugewandtes und geeintes Europa vor Augen. Im Plenarsaal des "Palais d'Europe" konnten die Teilnehmer nicht nur die beeindruckende Architektur bewundern, sondern bekamen auch ein sehr interessantes Briefing über Zusammensetzung, Aufgaben und Zielsetzung des Europarats.


Deutsch-französischer Soldatenfriedhof Cronenbourg
Stadtführung
Rohan-Schloss in Saverne
Leutnant Günter Frh. v. Forstner